Ostern 2015 wird für mich das wohl bewegendste Osterfest bleiben, das ich je miterlebt habe!!!

Noch vor Ostern 1973, wo ich als kleines Mädchen die Tutenchamun Ausstellung besucht habe und von den schimmernden Alabastergefäßen so beeindruckt war, dass sie mein Verständnis für Ästhetik nachhaltig geprägt haben. Und Ostern 2010, als ich eine Stunde durchs nächtliche Berlin geradelt bin, um am Ostergottesdienst der Gethsemane-Kirche teilzunehmen. Oder der Nachtgottesdienst Ostern 2014… alles war eindrucksvoll. Doch nichts so sehr wie dieses Ostern.

Matthias Beyer and familyOstern dieses Jahr war überschattet vom Schicksal eines Freundes, Matthias Beyer, der eine Woche zuvor einen Schlaganfall durch ein Aneurisma (erweitertes Gefäss im Gehirn) erlitten hat. Als der Druck im Hirn immer weiter anstieg, mussten die Ärzte den Kopf öffnen und irgendwann am Montag vor einer Woche bei der Operation hörte das Gehirn von Matthias auf zu funktionieren. Als nicht mal „nur“ Koma, sondern ganz ohne Funktion. Da Matthias in den USA lebt, seine Eltern und Geschwister aber in Deutschland, entschieden sich die Ärzte, Matthias noch an lebenserhaltenden Maschinen angeschlossen zu lassen, bis die Eltern und Schwester am Ostersamstag Abend ankommen würden.

Mit Matthias habe ich vieles geteilt – besonders intensiv die Trauer nach dem Tod seiner Schwester vor einigen Jahren. Es ist – obwohl wir vom Temperament her sehr unterschiedlich sind – eine tiefe Nähe und Verbundenheit zwischen uns gewachsen. Wir hatten sogar mal überlegt, zusammen ein Unternehmen zu gründen. Wozu uns dann die 250000 Euro Startkapital fehlten. Und als Coaches begleiten tauschen wir uns ab und an gegenseitig aus. Als Geschwister beten  wir füreinander und ermutigen uns gegenseitig.

Angesichts eines Freundes, der an der Schwelle des Todes steht oder sie schon überschritten hat, haben Karfreitag und Ostern emotional noch mehr Gewicht bekommen. Manchmal hat es mich fast zerrissen vor Schmerz. Und ich habe nur geweint. Wollte einen lieben Freund nicht verlieren. Nicht jetzt, mit 32! Und dann wieder habe ich Hoffnung gespürt, habe mit Hunderten von anderen Menschen gebetet, dass Gott ihn uns noch mal zurück schenkt. Gebetet, dass seine Eltern nicht noch ein Kind verlieren, seine Frau nicht den Mann, seine Kinder nicht den Vater – und ich einen lieben Freund.

Beim Beten für ihn dachte ich manchmal an ein Bild, das ich innerlich hatte als ich – vor der Operation – für ihn gebetet habe. Da empfand ich, dass Gott mir sagte, dass er gerade in seinem Geist ein neues Betriebssystem installiert, mit mehr Kraft und Power als das bisherige… Und dass der Computer herunter gefahren wird, bevor das neue System gestartet werden kann. Immer wieder sah ich vor meinem inneren Auge Matthias im Krankenhausbett sitzen und sich in seiner unnachahmlichen Art eher ertaunt und ruhig umsehen, was da eigentlich gerade los ist.

Und immer wieder habe ich das Duett aus dem Elias von Mendelson Bartholdy zwischen der Witwe und Elias angehoert. Die Witwe ist verzweifelt, weil ihr einziger Sohn gestorben ist. Elias betet zu Gott. Die Witwe fragt ihn, was das soll. „Will Gott denn unter den Toten Wunder tun?“ Und Elias schreit zu Gott „Herr, lass die Seele dieses Kindes wieder zu ihm kommen!“ Dieser Kampf zwischen Verzweiflung und Hoffnung, Glauben und Unglauben hat mich tief bewegt. Und immer wieder hab ich selbst gebetet „Herr, lasse die Seele dieses Mannes wieder zu ihm kommen!“

Noch nie konnte ich die Jünger verstehen und ahnen, wie sie sich wohl gefühlt haben müssen. Zwischen Verzweiflung, Trauer und Verwirrung über Zusagen Jesu, die so gar nicht zu dem passten, was jetzt wahr war. Einfach nur traurig. Und irgendwo troztdem – Hoffnung gegen alle Hoffnung. Diese Trauer, Verwirrung – was ist mit dem, was Gott (scheinbar) gesagt hat…. und irgendwo ein Funke von Hoffnung.

Und dann der Schock, als sie von der Auferstehung hörten. Wie soll man so was glauben? Das geht doch gar nicht! Ich kann nachvollziehen, dass die Jünger das erst nicht fassen konnten . Der moderne Thomas würde sagen: „Ich kann das nicht glauben, bis ich nicht ein Youtube Video davon gesehen habe!“

Matthias - he is risen_nSchock vor Glück. Vor mentaler Überforderung angesichts des unfassbar Guten. So wie es mir gerade ging, als ich die Nachricht auf Facebook las.

„Der Arzt kamen, um mit der Familie zu sprechen und um den Zustand von Matthias zu überprüfen. Er gab  haben Matthias spezifische Anweisungen: „Daumen hoch, drück meine Hand, lass meine Hand los!“  MATTHIAS HAT ALL DAS MIT ABSICHT GETAN! Ich würde das nicht posten, wenn es nicht total erstaunlich und wunderbar wäre.“

Wie bitte, was ist geschehen? Ich las es mehrmals, um es überhaupt zu begreifen! Dann hab ich es langsam erfasst… Matthias ist wieder da. Sein Gehirn funktioniert wieder. Er ist wieder da. Wirklich wieder da. Die Nachricht ist noch zu neu, die Ärzte können noch nichts Definitives über den weiteren Prozess sagen. Aber es ist einfach nur unfassbar schön. Er ist wieder da!

(Das Bild rechts ist schon älter, aber einfach wunderschön und passend!)

Das beste Ostern aller Zeiten für mich!

Ok. Das beste zu meinen Lebzeiten. Das zweitbeste aller Zeiten!

Übrigens: Die Familie hat jetzt hohe finanzielle Belastungen durch Verdienstausfall und Krankenhauskosten. Freunde haben einen Fund eingerichtet, für alle, die Matthias und seine Familie unterstützen moechten.

Mein Angebot: Wer will, kann den Englischen LEA Online Kurs für besseres Leben gratis mitmachen. Ich bitte dafür um eine Spende für den Fund. Entweder in Hoehe der Kursgebühr oder in dem, was für euch halt moeglich ist. Der Kurs startet am Freitag.