2017-03-12-18-19-00In meiner Zeit in den USA habe ich auch Matthias Beyer und seine Familie besucht. Matthias ist ein alter, lieber Freund, der wie ich Coach ist, jedoch vor zwei Jahren einen schlimmen Schlaganfall hatte, der ihn an die Schwelle des Todes brachte – und wieder zurück zu den Lebenden – was man wohl ohne zu übertreiben als ein Wunder bezeichnen kann – Details hab ich in einem Blogbeitrag beschrieben:  Das zweitbeste Ostern aller Zeiten .

Matthias und Kim und Kims Eltern haben sich sehr gefreut, mich zu sehen.  Ich fand es auch sehr schön, an ihrem Leben Anteil zu haben. Und selbst zu sehen, wie es Matthias jetzt geht. Es ist zum einen wunderbar, dass so ein riesiges Wunder geschehen ist – und herausfordernd, dass das Wunder nicht alles abgedeckt hat und eine ganze Menge zum Glauben, Hoffen und Trainieren übrig bleibt.

Wenn ich jetzt an den Besuch denke, spüre ich eine Mischung aus Dankbarkeit und Traurigkeit. Und ich bete.

Ich bin dankbar

  • Matthias lebt. Er lebt wirklich. Genießt manche Dinge wie draußen sein. Spazieren gehen. Helfen.
  • Er kann mit den Kindern spielen, kommt die Treppe zu ihrem Zimmer hoch (beides war beim letzten Besuch vor 14 Monaten noch nicht der Fall)
  • Es geht Matthias jetzt schon besser als die Ärzte es bei der Schwere seines Aneurysmas jemals für möglich gehalten haben – er läuft, spricht – in zwei Sprachen! – und versteht vieles.
  • Kim hat eine 30-Stunden Stelle in der Gemeinde angenommen, blüht darin auf und kann mit dem Gehalt zum Familieneinkommen beitragen
  • Er kann wenn er von sich aus etwas sagt, meist recht klar und deutlich sprechen.
  • Er hilft viel im Haushalt (Spülmaschine ein- und ausräumen, Wäsche zusammenlegen usw.

Ich bin traurig 

  • Müdigkeit: Das engste Unterstützer-System ist erschöpft. Kims Frau Matthias und seine Schwiegereltern. Sie tragen durch die Behinderung von Matthias viel zusätzliche emotionale. praktische und finanzielle Last. Bei den Finanzen hilft die Familie von Matthias, bei vielen praktischen Dingen – wie Fahrten zu Therapien, helfen Freunde. Dennoch ist sowohl Kim als auch ihren Eltern anzumerken, dass die zusätzliche Belastung an ihren Kräften zehrt und ihnen die Ruhe- und Erholungszeiten fehlen.
  • Wahrnehmung: Matthias spürt jetzt viel mehr als früher, was er verloren hat – an Bewegungs- Denk- und Sprachfähigkeit. Das belastet ihn und macht ich traurig. Immer wieder sagte er „Ich kann nicht mehr zurück!“. Es verunsichert ihn, dass niemand sagen kann, ob wann und wie sich sein Zustand weiter verbessern wird.
  • Gedächtnis: Matthias rutscht immer wieder sprachlich in Schleifen – erzählt die gleichen drei bis vier Dinge immer wieder – selbst in Kontexten, wo sie nicht wirklich passen. Manchmal schimpft er sich dann selbst „STOP. Du weißt das schon.“ Zugleich ist er hilflos.

Ich bete

  • Erholung: Dass Matthias und die Menschen, die ihn stärken, immer wieder gute Phasen tiefer Regeneration und Gottesbegegnung erleben.
  • Finanzen: Dass die deutsche Rentenversicherung greift, Kim eine Gehaltserhöhung bekommen kann, Matthias einen Mini-Job speziell für Menschen mit Einschränkungen und die Familie insgesamt entlastet wird.
  • Heilung: Dass Gott weiter Schritt für Schritt oder dramatisch Heilung schenkt.
  • Ermutigung: Dass Matthias konkrete Fortschritte sieht und Hoffnung sch-öpft – und Kraft, weiter zu üben.

Ich fände es schön, wenn du dir nach dem Lesen des Artikels ein paar Momente Zeit nehmen würdest, um Matthias und seiner Familie Gutes zu wünschen und / oder von Gott zu erbitten.

DANKE!