Den Sommer genießen
So will ich sein – das will ich tun…Ideen für einen Sommer, den du nicht verpasst.
Ich habe tief aufgeatmet, als dieser lange, harte Winter 2025 / 2026 endlich vorbei war. Auf einem Schiff – ich lebe auf einem Hausboot – war es zwar im Wohnzimmer kuschelig warm, aber die Kälte im Flur und draußen ging mir in die Knochen.
In die Begeisterung über die ersten Schneeglöckchen mischte sich ein wenig Bedauern: Ich habe ein paar schöne Wintersachen einfach nicht gemacht, so lange es möglich war. Ich war Eisbaden und hab mich im Schnee gewälzt, aber ich war nie Glühweintrinken, Schlittschuhlaufen oder Schlittenfahren. Einfach, weil ich es nicht eingeplant habe und dann immer etwas anderes wichtiger war.
Das soll mir im Sommer nicht passieren.
Deshalb hab ich mir eine Sommer-To-Be-Liste (so will ich im Sommer sein) und eine Sommer To-Do Liste (die Sachen will ich im Sommer unbedingt machen) geschrieben. Für mich – und gern auch für dich.
Meine Sommer-To-Be
To be – diese Haltungen will ich im Sommer pflegen
- Sommer genießen – statt nur zu funktionieren
Viele von uns rennen durch die Tage. To-do-Listen im Kopf, Termine im Kalender, aber kaum Herz dabei. Jesus lädt uns ein: „Kommt her zu mir… ich will euch erquicken.“ Im Sommer bewusst leben beginnt damit, innerlich stehen zu bleiben.
Setz dich morgens fünf Minuten mit einer Tasse Kaffee ans offene Fenster oder auf den Balkon. Oder bleib einfach stehen, wenn ein Sonnenstrahl auf dein Gesicht trifft oder du das Zwitschern von Vögeln hörst.
Wenn du gläubig bist, dann atme tief durch und sprich ein kurzes Gebet: „Herr, ich bin da. Danke für diesen Tag. Zeig mir, was heute wirklich wichtig ist.“ Du musst nichts leisten, nichts „richtig“ machen – einfach da sein.
Wenn du magst, leg dir einen Sommer-Dankbarkeitszettel oder ein kleines Notizbuch an. Schreib drei Dinge auf: Wofür bin ich heute dankbar? Diese kleinen Fragen helfen, aus dem Autopiloten auszusteigen und mit Gott in den Tag hineinzuleben, statt nur zu funktionieren.
- Die Fülle sehen – Sommer voll Dankbarkeit
Gott hat die Welt verschwenderisch schön geschaffen: Erdbeeren, die Sonne auf der Haut, laue Abende, Vogelstimmen am Morgen. Doch oft rauschen wir an dieser Fülle vorbei. Bewusster leben heißt, neu sehen zu lernen. Dankbarkeit macht nicht naiv – sie macht wach. Sie weitet den Blick weg von Mangelgedanken („Ich schaffe nicht genug“, „Ich bin nicht genug“) hin zu der leisen Gewissheit: Ich lebe aus Gottes Hand, und er sorgt gut für mich.
Nimm dir jeden Tag einen „Fülle-Moment“: fünf Minuten, in denen du etwas mit möglichst allen Sinnen wahrnimmst, wo du schaust, fühlst, riechst, schmeckst, hörst. Vielleicht beim Essen: Iss eine Erdbeere oder ein Eis langsam, schmeck sie wirklich.
Oder auf dem Weg zur Arbeit: Nimm dir vor, fünf schöne Dinge zu entdecken. Oder wenn du schwimmst oder in der Sonne liegst. Nimm es wirklich wahr. Abends kannst du mit Gott „Rückschau halten“: Wo habe ich heute deine Güte gespürt? Schreib deine sinnliche Erfahrung in deine Dankbarkeits-Liste drei Momente auf, damit du wie Frederik und seine Freunde später im kalten Winter noch von den Farben und Gerüchen des Sommers zehren kannst.
- Sommerlich einfach: Überflüssiges reduzieren
Fülle heißt nicht: immer mehr Dinge, Termine, Verpflichtungen. Oft ist das Gegenteil wahr: Je voller unser Kalender und unsere Schränke, desto leerer fühlen wir uns. Jesus lebte erstaunlich einfach – viel Beziehung, wenig Besitz. Und wenig Termine! Frag dich: Was überfrachtet mein Leben gerade? Vielleicht der Kleiderschrank, in dem du trotzdem „nichts zum Anziehen“ findest. Die Küchenschublade, die ständig klemmt. Oder die vielen, vielen Termine.
Der Sommer ist eine gute Zeit zum Loslassen. Such dir eine Ecke aus – nicht die ganze Wohnung – und räume ihn sommerlich frei – so dass alles Leichtigkeit ausstrahlt. Oder male eine Wand fröhlich-farbig an.
Oder entrümpele deinen Terminkalender. Mal eine Woche keine Termine. Auch wenn du nicht im Urlaub bist. Einfach alles absagen. Oder nur Sommer-Glückstermine in den Kalender setzen. Am Baggersee schwimmen gehen. Lange durch die Felder streifen. Wenn sich Termine nicht verschieben lassen, versuche sie mit etwas zu kombinieren, das Freude macht. Buchführung mit Cocktail oder Mocktail auf dem Balkon. Hausaufgabenhilfe plus Picknick. - Sommerlich wohlwollend – den Körper ehren und versorgen
Viele Frauen sind Meisterinnen im Kümmern – um Kinder, Partner, Eltern, Gemeinde. Für den eigenen Körper bleiben oft nur kritische Blicke im Spiegel und der Vorsatz „Ab Herbst mache ich Sport“.
Nutze den Sommer, um freundlich mit dir zu werden.
Beweg dich nicht, um irgendeinem Ideal hinterherzulaufen, sondern um deinem Körper Gutes zu tun: Schwimmen im See, barfuß durch Gras, Radfahren am Abend. Frag dich: Welche Bewegung fühlt sich nach Freude, nicht nach Strafe an?
Auch Essen kann zur Sommer-Liturgie werden: frische Lebensmittel, Wasser mit Minze und Zitrone, ein bewusst genossenes Eis – statt nebenbei heruntergeschlungenen Snacks. Vielleicht magst du ein wöchentliches „Body-Date“ mit dir und Gott einführen: eine Stunde, in der du spazieren gehst, deinen Körper wahrnimmst, ihm dankst – und ihn von Gott segnen lässt, statt ihn zu beschimpfen.
- Beziehungsreich – sommerliche Herzenszeiten statt Pflichtbesuche
Sommer bewusst genießen heißt auch: bewusst lieben. Unsere Kontakte sind oft voll von „Wir müssen uns unbedingt mal wieder treffen“ – und trotzdem passiert es nicht. Der Sommer schenkt Gelegenheiten für einfache, aber tiefgehende Begegnungen: ein Picknick auf der Wiese, ein Spaziergang nach Feierabend, ein gemeinsamer Grillabend im Hof.
Überlege: Was würde ich im Sommer gern tun (die Sommer-To-Do Liste). Und: Mit wem möchte ich diesen Sommer wirklich Zeit teilen? Drei Menschen reichen als Start. Schreib ihre Namen auf, bete kurz für sie und mach dann einen konkreten Vorschlag – Datum, Ort, Dauer.
Beziehungen müssen nicht perfekt sein, um gut zu tun; sie brauchen nur Präsenz. Trau dich auch zu filtern: Es ist in Ordnung, weniger Zeit mit Menschen zu verbringen, die dich dauerhaft auslaugen, und mehr mit denen, bei denen du innerlich aufblühst. Um die eher schwierigen Menschen kannst du dich ja im Herbst wieder kümmern.
Vergiss nicht deine Beziehung zu Gott als lebendige Beziehung: Er freut sich über deine spontanen Sommergebete und ein Gespräch am oder im Pool genauso wie über „fromme“ Worte.
Gerade eben schwammen hier fünf Blesshühner vorbei. To bless = Segnen. Ich habe den niedlichen Tierchen hinterhergeschaut, mich gefreut und ein kurzes Gebet gesprochen. Danke, Vater, dass du mich segnen willst.
- Auftankend – Kleine Sommer-Auszeiten
Viele träumen von einer Woche Kloster, können sich das aber zeitlich oder finanziell nicht leisten. Oft ist aber schon ein Wochenende weg von allem – vielleicht in der Wohnung von Freunden die gerade im Urlaub sind – schon richtig wohltuend. Oder du kommst zu einer Auszeit zu mir an Bord, um dich zu erholen und neue Perspektiven zu gewinnen. Es sind im Sommer noch ein paar wenige Plätze frei.
Plane dir im Sommer bewusst Mini-Retreats ein – kleine Auszeiten von 30 bis 90 Minuten oder ein paar Stunden. Vielleicht einmal pro Woche: Du fährst an einen See, in einen Park oder setzt dich in eine leere Kirche. Oder gehst in die Hängematte. Mit einem „Bitte nicht stören Schild!“ Oder sag den Kindern: Weckt mich in 10 Minuten. Dann machen wir gemeinsam Großputz in euren Zimmern.“ Sie werden dich stundenlang in Ruhe lassen!
Ja, manchmal muss man im Sommer einfach auf der Gartenliege liegen und einen ganzen, wunderbar-kitschigen Sommerroman an einem Wochenende verschlingen. Oder gönne dir extra Zeit mit Gott. Nimm eine Bibel, ein Notizbuch, vielleicht ein Lied auf dem Handy. Beginne mit Stille: Atme ein, sprich leise „Hier bin ich“, atme aus „Hier bist du“. Lies langsam einen kurzen Bibeltext – vielleicht einen Psalm – und frage: „Gott, was möchtest du mir heute sagen?“ Schreib auf, was dir in den Sinn kommt, ohne es gleich zu bewerten. Diese Zeiten müssen nicht spektakulär sein. Aber sie schaffen Raum, in dem Gottes leise Stimme zwischen Alltagsgeräuschen wieder hörbar wird. Mit der Zeit können solche Mini-Retreats zu Ankerpunkten werden, die deinen ganzen Alltag stabiler und bewusster machen. - Ich sein
Mut zu eigenen Sommer-Spuren – dein Leben ist kein Vergleichsprojekt
Kaum etwas raubt uns die Freude so sehr wie das ständige Vergleichen: ihre Figur, ihr Haus, ihre Urlaubsreisen, ihre scheinbar perfekte Familie und ihr supergeistliches Leben. Bewusst den Sommer leben heißt, den Platz einzunehmen, den Gott dir zugedacht und den du gewählt hast.
Mit deinen Möglichkeiten, Grenzen, Sehnsüchten. Vielleicht sieht dein Sommer nicht nach Strandurlaub aus, sondern nach Balkon, Schichtdienst oder Pflege von Angehörigen. Gott schreibt auch dort Geschichte.
Frag ihn: „Was wäre in dem Rahmen, den ich habe, my Sommer der Fülle? Was tut meiner Seele gut – in meinerRealität?“ Vielleicht ist es ein Stapel Bücher, die du wirklich lesen willst, ein kleiner Kräutergarten auf der Fensterbank, ein ehrenamtliches Projekt, oder einfach mehr Schlaf.
Mach dir eine kleine Sommer-Liste mit drei Dingen: etwas, das dich Gott näher bringt, etwas, das deinen Körper erfrischt, etwas, das deine Kreativität nährt. Und dann geh mutig in diesen Sommer – nicht als Kopie einer anderen Frau, sondern als die geliebte Tochter Gottes, die du bist.
Meine Sommer-To-Dos
Das will ich im Sommer unbedingt machen – nicht als Pflichtprogramm, sondern weil ich weiß, dass es meine Seele nährt
- Freiluft-Kino
- Picknick mit Freunden
- Crickets
- Kajak-Fahren
- Unter freiem Himmel schlafen
- Ans Meer fahren
- Eis essen
- Wasserschlacht (es gibt recycelbare Wasserbomben)
- Eis selbst machen
- Riesigen Erdbeerkuchen backen
- Im Freien übernachten
- Eine Wand bunt streichen oder dekorieren
- Sonnenaufgang anschauen (mit Kaffee in der Hand)
- Barfuß durch Gras oder Sand laufen
- Eine Radtour ins Blaue machen
- Einen ganzen Tag am See oder Meer verbringen
- Sternschnuppen beobachten
- Einen Roadtrip ohne festes Ziel starten
- Open-Air-Konzert besuchen
- Einen Blumenkranz binden
- Im Regen tanzen
- Einen hässlichen Ort mit Blumen verschönern
- Eine Hängematte aufspannen und lesen
- Vor Sonnenaufgang aufstehen und spazierengehen
- Abends lange draußen sitzen und reden
- Frische Beeren oder Blumen selbst pflücken
- Eine Sommer-Playlist erstellen und laut mitsingen
- Fototour im goldenen Abendlicht machen
- Einen Stadtbummel mit Eis-Pause einlegen
- Nachts schwimmen gehen
- Einen Garten oder Balkon neu bepflanzen
- Einen ganzen Tag offline bleiben
- Ein Sommer-Tagebuch beginnen
- Eine Sandburg bauen
- Eine Sommercollage erstellen
- Einen Lieblingsmenschen spontan überraschen
Bitte kommentiere. Welche Sommeridee willst du umsetzen?
Der Artikel wurde zuerst veröffentlicht im Magazin JOYCE.