Wenn Hoffnung Wurzeln schlägt

Was, wenn das Land, auf dem du lebst, immer trockener wird? Wenn deine Tiere nicht genug zu fressen finden und deine Kinder kaum eine Zukunft haben? So ging es Maloy und Loseriani, einem Ehepaar aus dem Distrikt Monduli in Tansania.

Ihr Leben war ein täglicher Kampf ums Überleben. Sie lebten von dem, was ihre kleine Landwirtschaft hergab – oft war das nicht viel. Die Böden waren ausgelaugt, Regen kam immer unregelmäßiger, Ernten blieben aus. Die Familie hatte eine kleine Viehherde – das Einzige, was ihnen wirtschaftlich etwas half. Doch auch die Tiere litten unter Futtermangel. Das Einkommen reichte kaum, um Schulgebühren oder medizinische Versorgung zu bezahlen.

Wie so viele andere in ihrer Region hatten sie – ohne es zu wissen – zur Abholzung beigetragen, indem sie Bäume für Brennholz fällten. Das wiederum führte zu Bodenerosion und noch weniger Regen. Ein Kreislauf der Armut, aus dem es kein Entrinnen zu geben schien.

Die Wende: FMNR verändert Leben

Dann kam das FMNR-Projekt (Farmer Managed Natural Regeneration) von World Vision ins Spiel – ein Projekt, das meine Freunde und ich mit viel Herzblut mitinitiiert und finanziert haben. Die Methode ist einfach: Die Einwohner entscheiden gemeinsam, bestimmte Flächen vor weiterer Abholzung zu schützen. Einmal stillgelegt, sprießen aus alten Wurzeln und Samen, die noch in der Erde sind, von selbst neue, einheimische, klimanangepasste Bäume. Die werden fachgerecht beschnitten. Die Bäume, die aus alten Wurzeln Kraft ziehen, können in zwei Jahren bis zu 5 Meter hoch werden. Diese Methode ist 150-mal günstiger und viel effektiver als traditionelle Aufforstungen mit Baumschulen und Anpflanzungen.

Ziel des Projekts in Monduli ist es, durch Schulung in FMNR, Umweltschutz und wirtschaftliche Förderung neue Perspektiven zu schaffen. Und das funktioniert.

Maloy und Loseriani begannen zu lernen:

· wie man vorhandene Baumstümpfe durch Rückschnitt wieder zum Leben erweckt,
· wie man Boden fruchtbarer macht,
· wie man klimagerechte Landwirtschaft betreibt,
· wie man mit einfachen Lehmöfen 70 % des Brennholzbedarfs spart,
· wie man mit Bienen Honig produziert und verkauft,
· und wie man sich mit anderen in Spargruppen organisiert, um gemeinsam voranzukommen.

Früchte der Veränderung

Die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten.

Auf nur vier Hektar Land stieg der Maisertrag der Familie in den letzten zwei Jahren von 5 auf sagenhafte 26 Säcke à 100 kg. Zusätzlich ernteten sie schwarze Bohnen und Schildkrötenbohnen. Sie begannen, Ersparnisse anzulegen, und investierten klug: In die Schulbildung ihrer Kinder – zwei von ihnen besuchen heute eine englischsprachige Schule. In eine kleine Firma, in der Maloy Eier, Milch und Seife verkauft.

Die Herstellung von Seife

Loseriani lernte, Viehwirtschaft strategischer zu betreiben. Er verkaufte einige wenig ertragreiche Tiere, um die übrigen zu versorgen, und schaffte ertragreichere Kühe an. Maloy wurde Leiterin einer lokalen Imkergruppe. Der Honig, den sie produzieren, ist nicht nur eine Einkommensquelle – die Bienen leisten auch einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt. Sie helfen sogar, Elefanten fernzuhalten, die sonst Felder zerstören würden. Zerstörung der Ernte durch Wildtiere ist wegen der vielen Naturschutzparks in der Nähe ein großes Problem in der Region.

Sie haben jetzt einen Energiesparofen in ihrer Küche, statt wie früher auf offenem Feuer zu kochen. Das ist ein einfacher Lehmofen, der Rauch reduziert und so – durch geringere Verletzungsgefahr – die Gesundheit schützt. Aber vor allem spart er wertvolles Brennholz.

In einer anderen Region Tansanias, die ich 2023 besuchte, erzählten mir die Leute, dass sie statt 24 Stunden Holz zu sammeln, nur noch 6 Stunden benötigen, weil die Öfen so viel weniger Holz brauchen. Das bedeutet auch, dass Frauen und Kinder, die diese Arbeit meist erledigen, mehr Zeit für Schule oder andere Tätigkeiten haben – und weniger in Gefahr sind.

All diese Veränderungen haben das Leben der Familie sicherer, gesünder und hoffnungsvoller gemacht.

Maloy sagt: „Wir danken Gott für die Programme, die World Vision in unserer Gegend eingeführt hat. Sie sind wirklich ein Segen für mich und mein ganzes Dorf.“

Von der Familie zum ganzen Dorf

Maloys und Loserianis Geschichte ist nur eine von vielen. Das Projekt hat bereits über 3.200 Menschen direkt erreicht, darunter Hunderte von Frauen, Kindern und Jugendlichen. Mehr als 20.000 Menschen in den Dörfern profitieren indirekt von der Verbesserung der Umwelt und des Klimas.

Die wichtigsten Erfolge der letzten Monate:

· 13 Hektar zusätzliche FMNR-Fläche wurden renaturiert – insgesamt sind es jetzt 360 Hektar in allen Projektdörfern.
· Die Honigproduktion hat sich mehr als verdreifacht – auf knapp 2 Tonnen in nur sechs Monaten.
· Über 1.300 Haushalte bauen inzwischen klimaresistentes Saatgut an.
· 62 Familien nutzen verbesserte Öfen und verbrauchen deutlich weniger Holz.
· 40 Spargruppen wurden mit Mikrokrediten unterstützt.
· In zehn Schulen wurden Umweltclubs gegründet, in denen über 500 Kinder lernen, wie sie ihre Umwelt schützen und wiederherstellen können.

Mehr als Entwicklungshilfe – eine Bewegung von innen heraus

Das Beeindruckende: Die Veränderung kommt von innen. Die Menschen vor Ort gestalten sie selbst. Sie lernen, was sie tun können, probieren aus, machen Fehler, lernen weiter – und teilen ihr Wissen mit anderen.

Durch den „Empowered World View“-Ansatz wird nicht nur Know-how vermittelt, sondern auch das Selbstbild der Menschen gestärkt. Viele fangen an zu glauben: Ich kann etwas verändern – in meinem Leben und in meiner Umgebung.

Hoffnung, die Kreise zieht

Wenn ich die Berichte lese, sehe ich nicht nur Zahlen. Ich sehe Menschen wie Maloy und Loseriani vor mir – mutig, lernbereit, voller Tatkraft. Sie stehen für viele andere, deren Leben durch dieses Projekt in Bewegung gekommen ist.

Hier wachsen nicht „nur“ Bäume. Hier wächst auch wirtschaftliche Stabilität, bessere Gesundheit, mehr Einkommen, Selbstwirksamkeit und Hoffnung.
Die FMNR-Methode, kombiniert mit ergänzenden Maßnahmen, ist mit das Wirkungsvollste, das ich kenne, um Menschen zu helfen und Klima zu schützen.

Das große Ziel von World Vision ist es, bis zum Jahr 2030 eine Milliarde (kein Tippfehler!!!!!) Hektar degenerierte Flächen mit der FMNR-Methode wieder aufzuforsten. Das könnte etwa 25 % des weltweiten CO₂s binden.

Mein „kleines“ Projekt mit derzeit 360 Hektar ist ein kleiner Teil davon. Aber ich bin stolz darauf, dass ich ein wirksamer Teil des großen Traums sein kann, unser Klima zu retten und gleichzeitig das Leben von Tausenden von Menschen zu verbessern.

Meine Freunde und ich haben das Projekt in Tansania komplett finanziert.

Jetzt starten wir damit, ein großes Projekt in Uganda zu unterstützen – 2 Millionen Hektar sollen mit FMNR neu bewaldet werden.

Hier kannst du dich beteiligen – du bekommst auch eine Spendenbescheinigung.

Ich danke dir von Herzen, wenn du dieses oder ähnliche Projekte unterstützt – durch Spenden, Gebet oder das Teilen der Geschichten.

Gemeinsam können wir es schaffen, dass aus der jetzt noch verödeten Landschaft wieder Lebensraum für Menschen und Tiere wird.

Mehr dazu auf YouTube:

FMNR auf YouTube https://www.youtube.com/watch?v=HIojnlqSVZg&t=182s
Mehr über „mein“ und unser Projekt: https://www.youtube.com/watch?v=HIojnlqSVZg&t=182s

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